Baubericht "Toplight - Mega"


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Spannweite 2076 mm
Abfluggewicht 1220 gr.
Vertrieb: Franken-Modellbau.de
Akku: 4 NiMH 2500 mAh Sanyo
Empfänger: ACT Smart-Scan 8
Erstflug 26.03.2006 bei SSW-Wind, und Bft 3, 15C,
heiter bis wolkig, immer mehr Frühling jaaaaaaaaaaaaaaaaaa...


Dieser Flieger war mein Hauptprojekt dieses Winters. Ich wusste eigentlich noch nicht so wirklich,
was ich für die neue Saison in Angriff nehmen wollte. Ein Schalentier war natürlich für mich als mittlerweile
immer mehr am Hang zu findenden Flieger ein eh schon vorhandener Wunsch.

Bei einem Besuch beim örtlichen Modellbau-Händlers um eigentlich nur einige Kleinigkeiten zu besorgen
war das gute Stück dann ausgestellt, und es kam wie es kommen musste: Augen, sehen, haben wollen ;-)

Klar, letztendlich muss man Abstriche gegenüber den "echten" F3B-Kisten wie Ellipse und Konsorten hinnehmen,
aber irgendwo spielt dann das Budget auch eine Rolle. So war das Ding dann eine Woche später endlich bei mir daheim,
da einige Kleinteile noch fehlten, und die durch Frankenmodellbau nicht so schnell nachgeliefert werden konnten.

Innerhalb dieser Woche wurden dann natürlich fleißig die Foren zu dem Gerät befragt und durchsucht, und es war gar nicht
so einfach Vieles zu finden, da dieses Modell ja unter vielen Vertriebsnamen zu finden ist.
Zuhause dann die Mühle erst mal zusammengesteckt, und mich einfach am (für mich) tollen Design erfreut.

Dann kamen die ersten Überlegungen zu den Einbauten, so nach und nach dämmerten mir die Folgen der doch sehr bachtlichen
Enge, Welche Servos, usw...


Als erstes waren die Flächen dran, und da musste man schon überlegen wie die Anlenkungen zu bauen sind.
Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen Hinweise aus dem RC-Line-Forum !! Als Neuling in diesem Flieger-Segment
hätte ich da wohl ohne diese Tipps und Anregungen doch einige Fehler gemacht.


Bei der folgenden Bildauswahl beschränke ich mich auf Details wie ich diese gelöst habe, da ja die grundsätzlichen
Bauweisen eigentlich klar sind. ( Mir nun mittlerweile auch )

Das Leergewicht, 690 gr.


Rumpfdetail Leitwerksanformung und Steckung:


Wenig "Futter" für die feste Aufnahme der Augenschrauben in den Querrudern:


und die Lösung: Depronstreifen und das Ganze komplett augegossen.


Der hintere Holm vor der Endleiste musste großzügig entfernt werden, da ansonsten keine Butterfly-Stellung
der Wölbklappen möglich wäre:




Vielen Dank diesbezüglich an David (aeroworx.net) der mir mit seiner Grafik bei der Kinematik von Wölbklappen sehr geholfen hat:

Dies habe ich im Wesentlichen so übernommen und bekomme dadurch einen Butterfly-Ausschlag in der Größenordnung von ~80 hin.
was auf jeden Fall völlig ausreichend ist.

Ich habe nicht ganz die 3 mm aus Davids Grafik, das ergab sich durch die plan aufliegenden Gabelköpfe die ich so
fixierte bevor ich den Ausschnitt auf der Fläche machte. Dadurch sind aber beide Seiten sehr gleichmäßig und funzt auch.



Servohalter aus 4 + 1,5 mm Birkensperrholz:

und mit eingebautem Servo (Dymond D60):


So, Flächenservos und Anlenkungen fertig, dann der dickste Brocken: Cockpitausbau

Erste Überlegungen, wie die Akkus und Blei vorn gescheit unterbringen, so das man auch mal wieder rankommt wenn es
nötig ist, so formte ich eine Akkuvariante, die teilweise vom Blei umgeben war, aber die mir dann letztendlich bei
eingeklebtem Servobrett nie wieder Zugrif auf Blei und Akkus gegeben hätte. So schnitt ich diesen Block an der roten
Linie ab. Es blieben so ca. 130 gr. als Ballast. Auf dem Bild nicht zusehen, das auch noch in diesen vorderen Block ur-
sprünglich eine Mignon-Zelle reinragte. Dieser Teil ist mit gerolltem Bleibleich ausgefüllt worden, so das der gesamte
Restblock ca. 190 gr. hat.



Aber egal wie, um die Akkus oder dem Bleiblock jemals wieder heraus zu bekommen, war ein festes Verkleben des Servobretts
tabu. daher diese angeschrägten eingeklebten Seitenteile aus 4mm Birkensperrholz, auf die dann das eigentliche
Servobrett verschraubt wird.

Die Anschrägung nach hinten ist notwendig, um den Empfänger auch Ein- und Ausbauen zu können.

Hier noch ein Bild im Zwischenstadium:

Das eigentliche Servobrett

Nachdem dann diese Fummeleien nach viel Probiererei bewältigt waren, ging es um die Anlenkung des Leitwerks.
Eigentlich unproblematisch, nur etwas übergequollenes Material der Steckung musste weggefräst werden.


Dann ging es an die Verkabelung. Ich habe mich für ein System entschieden, welches den Hauptstrom der Flächenservos am
Empfänger vorbeischleust. Der Schaltplan im Folgenden:


In echt sieht das so aus : ;-)



Das Knäuel der Kabel wurde dann natürlich noch geordnet und an den Buchsen angelötet.
Die Buchsen vor der Verklebung im Rumpf:

Beim ersten Test der Steckung und der Flächenservos tauchte zumn Glück ein Fehler auf, der sich durchaus auch erst
später während des Fluges hätte zeigen können: Eine kalte Lötstelle am Hauptverteilpunkt der Plus-Leitung :-(
Blöd das ich den Test erst nach dem Einkleben der Buchsen machte. Also alles wieder rausfummeln....
Das kam aber wohl eher daher dass ich eigentlich recht fit beim Löten bin, und da eigentlich nie Probleme hatte.
Aber das ist die Routine, da wird man auf die Dauer zu sicher :-( Die Buchsen sind auch mit Heißkleber befestigt.

Durch die Asymetrie der Stecker bot sich eigentlich an, einen Verpolungsschutz einzubauen, den ich einfach durch
ein CFK-Reststück realisierte, welches einfach ein bissel übersteht.


Bleiben noch die Stecker an den Flächen:

Diesen Schrumpfschlauch habe ich einfach mit Heißkleber volllaufen lassen, schrumpfte sich dann von allein, bissel passend drücken während der Abkühlphase, fertig.

Fest eingeklebt habe ich sie nicht. Weiss auch nicht, diese festen Verbindungen sind mir einfach suspekt.
Sollte sich warum auch immer ein bissel die Fläche vom Rumpf lösen würde die Steckverbindung wenigstens bestehen bleiben.
Klar ist es müßig, wenn sich die Fläche vom Rumpf löst ist da wohl größeres Ungemach im Anzug...
Ist halt eine Frage der Philosophie... ;-)

Na egal, ich hab es halt so gemacht, und ich denke, das funzt so.

Fazit zu dem Projekt:

Ich werde wohl bei dem nächsten Vogel in dieser Art sehr viel mehr auf Einbaufreundlichkeit achten.
Das war echt der Negativpunkt an der Sache. Allerdings hat mich der Erstflug sofort für Vieles entschädigt.

Klar, so etwas kann man auch mit etwas weniger Aufwand haben, dafür halt etwas teuerer. Es war jedenfalls eine sehr
lehrreiche Modellbauerfahrung, welche die grauen Zellen doch so wirklich zu den Detaillösungen forderte.

Dieser Bericht erhebt in keiner Weise irgendwelchen Anspruch auf einen Status als "DEN" Baubericht. Vielleicht hilft
er Anderen auch bei Detailfragen zu Lösungen nicht nur unbedingt auf dieses Modell bezogen. Und wenn nicht, dann auch gut.

Viele schöne Flüge wünsche ich Allen für die nun endlich beginnende Saison 2006 !


Lutz Schenk, 27.03.2006